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Mehr ITO-Zauber │ More ITO magic

Endlich kann ich euch erzählen, woran ich diesen Sommer gearbeitet habe: An einer Schalkollektion. Mit ihr folge ich sozusagen den Fußstapfen von Goliatha, North Sea Mist und besonders dem Tsuru-Schal, Tücher, die auch von der minimalistischen Eleganz der japanischen Stils inspiriert sind und bei denen ich ebenfalls mit den hochwertigen Garnen von ITO – fine yarn from Japan gearbeitet hatte. Es war total spannend mit den im besten Sinne des Wortes außergewöhnlichen und qualitativ hochwertigen Garnen zu arbeiten. Wie ihr inzwischen wisst, wenn ihr meinen Blog regelmäßig verfolgt, experimentiere ich gern und probiere ständig Neues. Genau dafür sind die ITO-Fasern ideal. Dadurch, dass sie so dünn sind, lassen sie sich auf verschiedenste Arten kombinieren; es gibt praktisch unendlich viele Möglichkeiten. Ich bin definitiv noch nicht durch mit ihnen!

Alle drei Tücher verwenden dieselbe Technik: Für das Motiv, in diesem Fall also Kreise oder Streifen, wird ein Beilauffaden zum Hauptfaden hinzugenommen, wodurch sehr leichte und fast durchscheinende Motive entstehen. Ich habe die Technik “falsche Intarsien” getauft, weil ich sie bisher noch nicht kannte. Allerdings bin ich völlig sicher, dass ich nicht die erste bin, die das macht. Falls sie euch schon einmal über den Weg gelaufen ist und ihr den richtigen Namen dafür wisst, schreibt mir bitte kurz damit ich es übernehmen kann.

Die Technik arbeitet sich wirklich einfach, mit nur ein klein wenig Übung sind die Resultate phantastisch. Was bei den eigentlichen Intarsien nicht immer der Fall ist. Sobald eine Rundung im Motiv ist, wird es da kniffelig und es entstehen schnell kleine Löcher. Nicht aber hier.

Und hier sind die Tücher:

Abacatha, der erste Schal der Sammlung, zeigt Perlen aneinandergereiht wie an einer Kette oder einem Abakus, welche auf dem einfarbigen glatt rechts gestrickten Hintergrund einen effektvollen Akzent setzen. Er strickt sich sehr entspannt und bleibt durch das Motiv, die ungewöhnliche Technik und die verwendeten Fasern immer spannend. Im Hintergrund ist zum Washi-Garn aus Papier und Viskose ein Beilauffaden mit Metallanteil, Tetsu, hinzugenommen. Dadurch ergibt sich eine stylische Knitteroptik.

Imprinta dagegen hat blaue Kreise ins Grundmuster mit eingewoben. Fast sehen sie wie gedruckt aus. Die Bilder geben nicht annähernd wieder, wie außergewöhnlich die Textur von Tebiki und Kinu Kasuri im Hintergrund sowie Kinu in den blauen Kreisen ist. Alles besteht aus reiner Seide und wirkt gleichzeitig spröde und schimmernd.

Ein lebhafter Wechsel aus Punkten und Streifen machen den Charme von Rheindrops aus. Er ist ein leichter und sehr langer, wunderschöner Sommerschal, der sich angenehm trägt und edel wirkt. Für den Hintergrund habe ich Shio, das aus reiner Schurwolle besteht, verwendet. Es läuft herrlich weich durch die Finger. Die Motive werden wie bei Abacatha mit Sensai aufgestrickt.

Das ist auch schon die Kollektion! Ihr findet sie und noch viel mehr Details und Fotos hier.

Ich bin nun endlich auch vom Instagram-Virus erfasst worden, wahrscheinlich bin ich die letzte auf diesem Planeten, die noch nicht davon befallen war. Wenn ihr mögt, könnt ihr mir dort folgen und schon einige Einblicke in die nächsten Veröffentlichungen bekommen.

Und für den Oktober ist in meiner ravelry-Gruppe ein Mystery-KAL für ein Tuch aus Rosy Green Wool-Resten oder kleinen Mengen von ähnlichen Garnen geplant. Genaueres werde ich in rechtzeitig in meiner ravelry-Gruppe bekanntgeben, damit ihr euch schon einmal vorbereiten könnt. Haltet euch den Oktober also stricktechnisch frei, wenn ihr dabei sein wollt!

 

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Finally I can share with you what I have been working on this summer: A scarf collection. With it I am following in the footsteps of my Goliatha, North Sea Mist, and Tsuru shawls, in which I had also been inspired by the minimalistic elegance of Japanese design and had been working with the sumptuous ITO fibres as well. It was a great experience for me to work some more with these in the best sense of the word different and high-quality fibres, and to explore the possibilities they open up for design and style. Since they are, for the most part anyway, very light weight yarns, they can be combined in countless ways. I am definitely not done with them yet!

All three scarves of the collection use the same technique: To create a motif, an additional thread is held together with the background thread(s). This makes for light and almost ethereal elements in the designs. I dubbed the technique “dimensional intarsia” because the extra thread adds a bit of depth to your knitting. I am sure this has been done before, but I haven´t seen it described in any of my technique books, hence I felt it was ok to come up with my own name. If someone of you knows better and can enlighten me, I am very interested!

It is a technique that is really simple to work. With just a little bit of practise, you´ll achieve fantastic results. It´s definitely much easier to work than actual intarsia. Where, as soon as you are working a curved shape, you´ll struggle to avoid ending up with small holes in your knitted fabric. Not an issue with the “dimensional intarsia”.

And here are the shawls:

Abacatha” is featuring a line of pearls reminiscent of an elegant necklace, or the beads of an abacus. It is a very relaxing knit, at the same time working a motiv in an unusual technique, and the ITO fibres keep the knit interesting. Washi and Tetsu combine paper, silk and stainless steel to create a crisp and cool-to-the-touch feel and fashionably creased body, while Sensai adds a wisp of fuzzy mohair to the pearls.

In “Imprinta,” blue bubbles are knit into the rich linen stitch texture of the scarf’s fabric, giving them an aged look, almost like printing on burlap. The background is knit with two fibres, changing from Kinu Kasuri to Tebiki every two rows when working the linen stitch background pattern. Kinu is used for the blue circles. All fibres are one hundred percent silk.

Finally, the cheerful pattern of “Rheindrops” playfully combines dots with stripes for an airy scarf that’s a delight to wear. Shio, the background yarn, is pure wool and feels incredibly soft when it´s running through your fingers as you are knitting your scarf up. As in “Abacatha”, Sensai is setting some accents on the plain stocking stitch background.

Follow the links above to purchase the indiviudal patterns and to find all the technical information of interest, or have a look at the collection here.

Oh, and by the way, you can now follow me on instagram as well, if you like. Also, in October, there´s a mystery-KAL coming up in my ravelry-group, so keep your schedule open in October if you are interested! We´ll be knitting a shawl in four Rosy Green Wool colours. Of course you can search your stash for good alternatives as well. I´ll write about it in my ravelry-group well in time for you to prepare before we cast on.

 

Janukke_instagram

 

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muk

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Als ich dieses herrlich goldene Garn von Shibui zum ersten Mal gesehen habe, hatte ich direkt eine vage Idee von einer kleinen, vom Jugendstil inspirierten Strick-Kollektion. Beim Designen habe ich an die Frauen in den Bildern des tschechischen Malers Alfons Maria Mucha gedacht und mir vorgestellt, was sie wohl im Winter tragen würden. Daher auch der Name Muk. Für “Mucha”, und zwar so verändert, um es der englisch-sprechenden Zunge nicht zu schwer zu machen. 😉

When I first saw a skein of this beautiful shining golden Shibui yarn, I had a vague idea of a small Art Nouveau inspired knitwear series. And so I designed the Muk (pronounced “mook”) accessory set while pondering what the women in the pictures by a Czech painter of the epoch, Alphonse Mucha, would wear in winter. Muk is for Mucha. Get it? 😉

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Mucha hat einen verspielten, romantischen Stil mit vielen klaren und zarten Linien, wie sie für den Jugendstil typisch sind.

Mucha has a playful, delicate style, with a lot of clear-cut lines, as are typical for the Art Nouveau.

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Das war also meine Vorgabe für das Muk-Set. Und führt Anja im Bild oben rechts nicht die ultimative Mucha-Pose vor?

So that is what I went for in the Muk set. And isn´t Anja demonstrating the ultimate Mucha-pose in the close-up of her head?

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Das Set besteht aus Schal, Mütze und Pulswärmern. Auf Ravelry finden sich alle Angaben zum Wollverbrauch, zur Maschenprobe und andere wichtige Informationen sowie mehr Bilder und natürlich das Muster selbst. (Man braucht kein Mitglied zu sein, um die Seite sehen zu können.) Und bis zum 6. Januar gibt es 20 % Festagsrabatt!

The set contains a scarf, a hat and cuffs. There will be plenty of information on the yardage, gauge and other technical information, as well as more pictures and the pattern itself on Ravelry (no worries, you do not have a member to see all that). And from now until January 6th the pattern will be available with a discount of 20%!

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Ich bin super glücklich mit der Wolle, die ich ausgesucht habe, Shibui staccato. Die Farbe nennt sich “flaxen”, also flachsfarben. Im richtigen Licht schimmert sie fast golden. Der Schimmer geht natürlich auf den Seidenanteil von dreißig Prozent zurück. Die Wolle an sich ist weich und fluffig. Probiert sie unbedingt mal aus, wenn ihr noch nie mit ihr gestrickt habt!

And I am more than happy with the yarn I used, Shibui staccato. The colourway is named “flaxen”. In the right light it shines almost golden; the shine, of course, is partly due to the rather high silk content of thirty per cent. The yarn really is lovely to work with. It is soft and squishy and has a great stitch definition. I highly recommend to try it out!

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Das Muster oben im Bild ist das Falzmuster (englisch “welting pattern”). Wie der Name sagt, besteht es aus Falzen beziehungsweise gewellten Querrippen. Die Falzungen im Gestrick entstehen dadurch, dass jede zweite Masche über drei oder mehr Reihen abgehoben wird. Dann folgt wieder eine Reihe rechte Maschen. Man sieht sie im Bild nicht, weil es die Rückseite zeigt. Dort bilden die abgehobenen Maschen ein Karomuster, das ich sehr effektvoll finde. Es ist das Muster für das Set. Aber dass ich die Rückseite von einem Muster verwende, bedeutet auch, dass man den Beanie auch auf links gedreht tragen kann. Leider habe ich vergessen, davon ein Foto zu machen. Und ich habe das Set schon an Anja verschenkt. Die Maschenprobe ist längst aufgeribbelt. Ihr müsst also mein Wort dafür nehmen, dass es so ist.

Viel Spaß beim Stricken im Jugendstil!

The stitch pattern in the image above is the welting pattern. As the name says, it produces a welted fabric. This is achieved by slipping every second stitch for a number of rows. I used the wrong side as right side as I like the checked effect of the slipped stitches a lot. This also means that the hat can be worn inside out for a welted look. Sadly I forgot to take pictures of that and now I have already given away the accessories to Anja. I even unraveled my swatch to make the most of the yarn I had and don´t have that either to take a picture of. So please take my word for it, and have a great time knitting your own Mucha-style accessories!

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schafgarbenlace│yarrow lace

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Lace stricke ich nicht sehr viel. Die Gemma F. ist bisher mein einziges Projekt. Aber es fasziniert mich schon seit langem. Besonders die inspirierten und immer von beiden Seiten gut aussehenden Muster von Anne Lorenz-Panzer alias Arene´s Lace finde ich wunderschön. Und diesen Sommer habe ich mich intensiv mit dem gezielten Stricken von Löchern beschäftigt. Wäre es nicht toll, einen Schmetterling in Lace einzufangen? Oder eine Doppelhelix zu stricken? – An beidem bin ich gescheitert. Mein Schmetterling wurde gardinenhaft und die Doppelhelix wollte einfach nicht von Vorder- und Rückseite her gleich schön aussehen. Und dass Anne dieses Projekt bei Ravelry eingestellt hat, hat mich komplett überzeugt: meine Helix war nix (haha, das klingt fast wie der Anfang für einen Rap-Song). Da kann ich einfach nicht mithalten – auch wenn ihre Variante gehäkelt ist. Trotzdem.

Gerade wollte ich aufgeben, da ist einfach so passiert. Wie von selbst hat sich das Gestricks zu einem Lied aus Maschen gefügt.

Erinnert das Muster nicht irgendwie an die Blütenstände von Schafgarben?

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I do not knit a lot of lace. The Gemma F. is my only project so far. But I have been fascinated by it for a very long time. Especially the inspired and reversible patterns from Anne Lorenz-Panzer alias Arlene´s Lace are breathtakingly beautiful. And so, this past summer, I focused on knitting holes. Wouldn´t it be great to catch a butterfly (butterfly!) with your knitting needles? Or to knit an airy double-helix? – I did not manage either. My butterfly looked like the motif of a curtain – not necessarily a bad thing but not what I was aiming for – and the helix never looked right from the right and wrong side, both at once. Then Anne uploaded this project to Ravelry and that convinced me completely that my attempt had failed. I cannot compete with that at all. (Even though Anne´s project is crochetet. Still.)

I was about to give up when it happened. The stitches all came together and the composition was perfect. (If I say so myself.)

Doesn´t the patten remind you of the inflorescences of yarrows?

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Nachtrag: Das Bild zeigt tatsächlich Wiesenkerbel und keine Schafgarbe, wie mir eine aufmerksame Leserin verraten hat. Ups! Aber er sieht der Schafgarbe schon sehr ähnlich.   Ahem.

Edit: The picture is actually showing keck rather than yarrows, as an attentive reader let me know. Oops! The plants look very much alike, ahem, I think.

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So stand der Name fest.Was mir am Schafgarbenlace so gut gefällt, ist, dass es sehr vielseitig verwendbar ist. Mit feiner Lacewolle gestrickt, wird daraus ein hauchzarter Schal. Und mit robuster Wolle und 10er Nadeln eher fest verstrickt, wird es zum kuschelig-wärmenden Loop. Außerdem sieht es von Vorder- und Rückseite fast identisch aus.

So I had a name. What I really like about the yarrow lace is that it is very versatile. It can be knit with fine lace weight yarn to make a delicate scarf or with bulky weight yarn and ridiculously large needles – I used US#15/10 mm needles -, forming a rather dense fabric, to make a cozy loop. And, amazingly, it looks almost the same from right side and wrong side.

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Gemodelt hat meine Freundin Wiebke am Ufer vor Laboe bei Kiel.

The model is my friend Wiebke. She´s standing on the beach of Laboe at the Baltic Sea in northern Germany.

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Wie immer gibt es die Details zu den benötigten Materialien, mehr Fotos und das Muster selbst auf Ravelry.

As always you´ll find the details, more pictures and the pattern on Ravelry.

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An Schafgarben habe ich auch gedacht, als diese Karten entstanden sind:

Yarrows were also on my mind when these cards happened:

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Wahrscheinlich werde ich noch für eine ganze Weile ein besonderes Verhältnis zu diesen eher unscheinbaren Pflanzen haben. Wie es heißt, eignen sie sich auch gut, um Verdauungsstörungen zu bekämpfen und ihre ätherischen Öle sind schleimlösend. Schon spannend.

Aber eigentlich geht es hier ja um´s Stricken. Also: Viel Spaß euch allen mit dem Muster!

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I am sure I will feel specially connected to these optically rather unremarkable plants for a while from now. It is said that their leaves and blossoms are used to treat indigestions and their ethereal oils do have mucolytic properties. It´s fascinating.

But I digress. Enjoy the pattern!

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